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Die Reformationszeit

 

Die Reformation trat bei uns erst 1550 zutage, als der Rechtmehringer Pfarrer Hans Nandlstätter wegen seiner Hinneigung zur evangelischen Lehre des Landes verwiesen wurde. Im Jahre 1551 bestellte die Grafschaft den katholischen Priester Leonhard Kumpfmüller zum Pfarrer von Mering. Erst im Jahre 1558 ließ die Grafschaft Haag von allen Kanzeln die Religionsfreiheit verkünden. Graf Ladislaus sicherte zu, „er werde niemand zu einer bestimmten Religion zwingen, vielmehr werde er beide Religionen nebeneinander dulden und einen jeden frei, ledig und ungezwungen seines Gewissens bleiben lassen“. Jede Pfarrei sollte zwei Pfarrer erhalten, einen katholischen und einen evangelischen, die beide im Pfarrhof wohnen sollten. Der katholische Pfarrer Johann Angerer war seit 1556 in Rechtmehring. Nun verhandelte Nandlstätter über die Rückkehr in die Grafschaft Haag. Als evangelischen Pfarrer aber bestellte die Grafschaft Jörg Talhamer. Wegen seines unmäßigen Trinkens kam dieser in Streit mit dem Grafen ebenso, wie mit seinem katholischen Kollegen. Aus seiner Zeit stammte der übertreibende Spruch, „zu Mering wird aus dem Pfarrhof ein Wirtshaus gemacht“. Pfarrer Angerer verließ deshalb aus Protest Rechtmehring und ging nach Albaching. Im September 1561 wurde Talhammer vom Grafen entlassen und Johannes Bock als evangelischer Pfarrer angestellt. Bock ist dadurch aufgefallen, dass er einen ungewöhnlich kurzen Talar trug und ein Schwert umgebunden hatte, wie ein Wehrbauer. Aber das störte hier eigentlich wenig. Nach Bock kamen noch drei evangelische Pfarrer (Martin Wolf, Leonhard Krieg, Martin Schellenberger), ehe die Pfarrei 1567 wieder rekatholisiert wurde. Erster katholischer Pfarrer wurde der vorgenannte Hans Angerer, dem man nahelegte, sich bei den Predigten von der Kanzel zurückzuhalten, um die ehemals evangelischen Rechtmehringer nicht zu verprellen. Auch der katholische Pfarrer Angerer war kein unanfechtbarer Charakter. Er hatte mit seiner Köchin zwei Kinder. Nach nur einem Jahr Dienstzeit verließ er seine Rechtmehringer Pfarrstelle wieder. Nachfolger wurde 1567 Pfarrer Alexander Rödler, der ebenfalls mit seiner Köchin zwei Kinder hatte. Die Köchin verlangte nach dem Tode Rödlers von der Grafschaft Haag die Herausgabe des Erbes an die Kinder.