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Filialkirche St. Wolfgang-Hochhaus in Hacklthal




 

 
 
Die Kirche stand an der Strasse Haag-Rechtmehring und wurde vor 1595 noch nicht erwähnt. Erste Erwähnung im Steuerbuch der Grafschaft Haag anno 1600: „St. Wolfgang zu Hochhauß Filial 10 Gulden“, eine Zeile darunter ist genannt: „St. Wolfgang im Holz zu Hochhauß Filial 5 Gulden.“
 
Hacklthal bestand aus zwei Häusern: Karrer und Schuster. Der Schuster sorgte wohl auch für die Schuhe der Pilger und versah den Mesnerdienst. Letzter: Schuster-Tit (Titus Hofer). Der „Karrer“ handelte mit Eiern. Letzter: Karrer-Peter (Peter Gruber + 22.5.1948).
 
Die Kirche wurde im Jahre 1706 neu im Barockstil gebaut, Einweihung am 30. März 1707 durch Bischof Johannes Franziscus von Freising. Erste Beschreibung: 1740 (Matricula plena descriptio dioecesis frisingensis, Vol.VI, 1740) Die Filialkirche trug die lateinische Bezeichnung: Ecclesia filialis S.Wolfgangi in Hochhaus (item Hochhaus dicta im Häckelthall). Das barocke Gotteshaus hatte drei Altäre: Hochaltar St. Wolfgang, Altar St. Albert, Altar St. Kunigundis virginis. Kirchweihfest war am Sonntag nach dem Fest St. Bartholomaei, sowie am Patrozinium St. Wolfgang. Weiterer Eintrag: „Item juxta acta visitalia de anno 1706 hic dicitur missa hebdomadalis probter additionem 30 fl. Das Vermögen dises Gottshauses wird sich dieser Zeit gegen 6500 Gulden belauffen“ (VI 240). Pfarrer Leuthner von Rechtmehring schrieb um 1800 über die Kirche:
 
„Die Kirche war durchaus gewölbt, mit 5 lichten Fenstern, 3 Altären und durchaus ein gutes Bodenpflaster von großen Marmorstücken. Mauerwerk an der Hügelseite war feucht. Geräumige Sakristei, schönem Thurme. Dasselbe war dem Hl.Wolfgang, diesem allgeliebten Patron der umliegenden Gegend eingeweiht, schlichte Statue, schlichter Tabernakel“.
 
Um 1800 war das Mauerwerk, besonders zur Hangseite hin, stark durchfeuchtet und die Inneneinrichtung moderte schon. Nachdem von der königl. bayer. Verwaltung (Montgelas) der Abriss 1810 beschlossen wurde, war sie fast ein Jahr lang ganz gesperrt. Dann erfolgte der Verkauf am 16.3.1811 vom königl. bayerischen Rentamt: Alle in diesem Kirchlein und der Sakristei befindlichen Einrichtungen, Altäre, Stühle, Paramente usw. Verkauf des Gebäudes an Michael Kemnitzer, Posthalter von Haag um 295 Gulden („allein das Eisen war soviel wert“). Beginn der Abbrucharbeit am 17.März 1811. Eine kleine Kapelle erinnert noch an die ehemalige Filialkirche.