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Filialkirche St. Maria in Hochhaus


 

 

 

 

 

 
Ursprünglich stand hier die Burg der Herren von Hochhaus. Der Wohnturm der Burganlage war mindestens drei Stockwerke hoch und wurde durch Abtragen der oberen Geschosse in der Zeit 1250-1300 zur Kirche umgebaut. Bereits 1315 wird die Filialkirche Hochhaus zur Pfarrei Kirchdorf erwähnt, mit Friedhof. Im 15. Jahrhundert wurde der kleine Turm als Dachreiter aufgesetzt und der Chor (Presbyterium) aus Backstein angebaut. Dieser Chor ist nicht eingezogen und schließt mit fünf Seiten des Achtecks. Er besitzt ein gotisches Rippengewölbe, im Gegensatz zum Langhaus mit einer (romanischen) Flachdecke. Die Langhausmauern, die noch von der Burganlage stammen, sind aus Bruchstein gemauert und 1,10 Meter stark. In der südlichen Langhausmauer befindet sich unter dem Putz noch das erhöhte romanische Rundbogenportal des ehemaligen Burgeinganges, sowie zwei als Spolien eingemauerte Kragsteine der Burg.
Hochhaus besitzt noch einige alte gotische Figuren der Zeit 1480-1520 von hervorragender Qualität. Darunter die im Hochaltar stehende Madonna mit Kind und Szepter, Höhe 134 cm, Kronen neu. Eine zweite Holzfigur Madonna mit Kind und Szepter, auf dem Monde stehend. Das Jesuskind hält die Weltkugel, Höhe 82 cm. Auf dem rechten Seitenaltar gefasste Holzfigur um 1500, Christus mit Dornenkrone und Purpurmantel, die Rechte liegt auf der Brust, die Linke erhoben, Höhe 90 cm. Der Hochaltar wird flankiert von zwei schönen barocken Holzfiguren: links St. Christophorus, rechts St. Wolfgang, der alte Schutzpatron.
Bis 1320 gehörte die Kirche von Hochhaus nicht nur zum Bistum Regensburg, sondern war auch dessen Eigentum. Mit Übergang des Kirchenpatronats an die Grafschaft Haag im Jahre 1380 kam Hochhaus zur neu errichteten Pfarrei Rechtmehring. 1524 und 1740 ist Hochhaus noch als St. Wolfgangskirche erwähnt. Noch im Jahre 1740 war St. Wolfgang der Schutzpatron der Kirche. Es gab damals drei Altäre: Hochaltar St. Wolfgang, Altar Christi und Altar St. Barbara (heute noch bestehend). Erst im 19. Jahrhundert dürfte die Kirche auf St. Mariä Heimsuchung geweiht worden sein.
Nach Pfarrer Leuthner von Rechtmehring (um 1804) hatte die Kirche Hochhaus drei alte Glocken von 1605 und 1672. Typisch bei alten Wolfgangskirchen ist die am Fuße des Kirchberges stehende Heilquellen-Kapelle St. Ottilia, von deren Votivbildern sich zwei im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg befinden.