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Geschichtliches

 


Auf der Römerstraße bis in die Gegenwart
Das Wappen von Rechtmehring
   

Die Römerstraße von Castra Regina (Regensburg) nach Veldidena (Innsbruck-Wilten) führte auch durch das Gemeindegebiet von Rechtmehring. Auf ihr zogen römische Truppen und Händler durch. 
                       

Eine Ansiedlung durch römische Siedler konnte jedoch nicht festgestellt werden. 
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Rechtmehring im Jahr 803 n Chr.

                                                    
                                          (Abbildung: Urkunde zur ersten Erwähnung) 

Erste Gräberfunde belegen jedoch, dass eine Ansiedlung bereits vor der ersten urkundlichen Erwähnung bestanden haben muss. Diese ersten Siedler gehörten zur Gruppe der Bajuwaren, die aus Böhmen, meist über die bestehenden Römerstraßen nach Süden zogen und somit auch in unser Gebiet gelangten. In Freimehring wurden 1919 7-8 Skelette, ausgegraben, deren Grabbeigaben darauf schließen lassen, dass bereits im 7. Jahrhundert Freimehring besiedelt war. 

Seit der Gründung des Gerichts Haag im Jahre 1245 gehört Rechtmehring zur Grafschaft Haag.

An den Grenzen der Grafschaft wurden Viertelsteine aufgestellt, die als Abschreckung dienten.  Zum Tode verurteilte wurden gevierteilt und ein Viertel der Leiche an einem Holzstück aufgehängt. Dies war aber nie der Fall. 
Auf dem Galgenfeld zwischen Freimehring und Weidholz befand sich die Richtstätte der Haager erichtsbarkeit.
Zwei Galgen und zwei Stöcke zum Köpfen standen bereit. Zum Tode verurteilt wurden jedoch nur Ausländer (alle die nicht in der Grafschaft Haag lebten), nicht jedoch Inländer. Diese wurden „nur“ zu Geldstrafen, Leibes- oder Gefängnisstrafen verurteilt. Die älteste Erwähnung des Galgenfeldes stammt aus dem Jahre 1359. Bis 1804 hatte das Galgenfeld seine Funktion als heimische Richtstätte. 

                                                  

Im Mittelalter betrug die Zahl der Bauern 87 %. Nahezu alles, was das Leben verlangte bot der Hof: Unterkunft, Schutz, Kleidung, Tongefäße, Tische, Bänke, Schemel, Wagen. Der wichtigste Erwerbszweig war der Getreideanbau. Ein durchschnittlicher Hof hatte nicht mehr als drei bis vier Rinder. Im Garten wurden Lauch, Erbsen, Bohnen, Salat und Hirse angepflanzt. Hühner, Gänse, Enten und Tauben bildeten den Stolz der Hausfrau. Der Bauer hegte und pflegte Bienen die der Familie den notwendigen Süßstoff und Wachs zur Kerzenherstellung spendeten.

Nach dem Tod des letzten Haager Grafen, fiel die Grafschaft Haag und mit ihr Rechtmehring, an die Herzöge von Bayern. Die Abgabelast für die Bauern wurde erhöht und so kam es zu Ausschreitungen, den Bauernaufständen.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Gemeinde durch kaiserlich-katholische Truppen gebrandschatzt, die Bevölkerung litt Hungersnot und verarmte zusehends.

Nach Abzug der Truppen, blieb die Seuche Pest im Gemeindegebiet. Diese raffte viele Menschen hin, die im Pestfriedhof in Freimehring begraben wurden.

Die Schlacht von Hohenlinden im Jahr 1800 brachte wieder eine Plünderung und Misshandlung der Bevölkerung mit sich.

1818 wurden die 4 Gemeinden Allmannsau, Rechtmehring, Rosenberg, Schleefeld gebildet. 
- Allmannsau: Bevölkerung 1961 610 Einwohner Schulsprengel der Volksschulen Haag,  Rechtmehring Lengmoos landwirtschaftliche Streugemeinde (größte Ansiedlung Altdorf) 1269 Hektar groß, 3 Mühlenbetriebe, kleineres Sägewerk, 3 Gastwirtschaften, Bürstenholzfabrikation, Schmiede 

- Rechtmehring: Bevölkerung 1962 580 Einwohner Schul- und Pfarrdorf landwirtschaftliche Gebäude überwiegen neben einigen Handwerksbetrieben und einem großen Bauunternehmen schon früh Postkutschenverbindung nach Haag und eigenes Postamt. 1910 erste elektrische Stromanlage1965 Errichtung der Kanalisation und einer einstufigen Kläranlage 1965 Bau eines Feuerwehrgerätehauses 1966 Erneuerung und Erweiterung des alten Schulhauses  

- Rosenberg:  Bevölkerung 1970 1550 Einwohner, Gemeindegebiet 839 ha, durch Endmoränen des Inngletschers sind steile     Höhenrücken und tiefe Täler entstanden, geschlossene Siedlungsweise ist nicht zu erkennen,                        landwirtschaftliche Betriebe überwiegen, fehlen des                 kulturellen Mittelpunktes (Pfarrkirche, Schule)

-  Schleefeld: Bevölkerung 1970 435 Einwohner  bäuerliche Struktur mit Einöden ohne geschlossene  Ortschaft.                                 

Die beiden Weltkriege
 
Im Ersten Weltkrieg fielen 74 Rechtmehringer.
 
Drittes Reich und 2. Weltkrieg
 
 
Der morgendliche Appell der Hitlerjugend fand auf dem Gemeindegelände bei Holzkram statt.
Einige Flugzeuge stürzten über Rechtmehring ab. Ein italienisches Kampfflugzeug stürzte am 30.09.1940 in Steinweg ab. Dabei kamen drei Mann Besatzung ums Leben. 1942 stürzte ein Aufklärungsflugzeug des Typs Fieseler Storch zwischen Dunsern und Brandmaier ab. Der Pilot blieb unverletzt und ging in die Gastwirtschaft Otter / Freimehring zum telefonieren.
Bei einem Luftkampf eines deutschen Kampfflugzeuges mit zwei amerikanischen wurde der deutsche Kampfflieger bei Reit abgeschossen. Der Pilot war zwar noch ausgestiegen, stürzte jedoch wegen der geringen Höhe zu Tode.
 
 
Ein feindlicher Jagdflieger schlug am 22.09.1944 in das Bäckereianwesen Kaiser (heute Huber) ein. Das Stroh entzündete sich und fünf Kühe verbrannten.
Die Magd Cordula Huber wurde durch Trümmer erschlagen. Ein aus München zum Schutz evakuierter Bub Hansi Rausch wurde durch Trümmer erschlagen.
 
1945 wurden am Sandberg Panzersperren errichtet. Erdlöcher, die im gesamten Gemeindegebiet gegraben wurden, sollten die Zivilbevölkerung schützen. Am 23.04.1945 zog die SS in Rechtmehring ein.
Sie suchten bei den Bauern Unterschlupf.
Vereinzelte Schüsse gaben SS-Leute von Dachsberg nach Hochhaus ab, als die Amerikaner bereits die Häuser säuberten.
 
Am 2/3 Mai 1945 kamen die Amerikaner von Haag nach Hochhaus und mit einer Panzereinheit über Holzkram nach Rechtmehring. Die Kirchtürme in Freimehring und Rechtmehring wurden beschossen.
Die US-Divisionen wurden in der Schule einquartiert.
 
70 Männer aus der Pfarrei sind gefallen und 37 blieben und bleiben vermisst.
 
Am 02.05.1945 wurde der Gemeindediener Madersbacher, Josef aus Fislarn von SS-Leuten erschossen, da er seine Pferde ausspannte und nicht nach Wasserburg weiterfahren wollte. Ein Gedenkstein markiert die Stelle an der B15 – Abzweig Brunnthal.
 
Am 01.04.1971 wurden die bis dahin bestehenden Gemeinden Allmannsau, Rosenberg und Schleefeld aufgelöst.
 
1979 erhielt die Gemeinde Rechtmehring ein eigenes Gemeindewappen.

1980 wurden neue Sportanlagen (Sportheim, 2 Sportplätze, Stockbahn) errichtet
 
1980 Die Gemeinde Rechtmehring schloss sich mit Maitenbeth zu einer Verwaltungsgemeinschaft zusammen.  
 
1985 Friedhof mit Leichenhaus errichtet
 
                            
 
1985 Erneuerung der gemeindlichen Wasserversorgungsanlage, Brunnen bei Heimbuch und Hochbehälter Höller/Grub
 
 1989 Renovierung des alten Pfarrhofes und Ausbau zu Kindergarten

                                               

 1990 Bau Feuerwehrhaus Schleefeld (mit Zuschuss durch Gemeinde)

                             

 

 

1991 Rathaus und Feuerwehrhaus eingeweiht

                               
 
1991-1994 Vollbiologische Kläranlage mit Nachbargemeinde Albaching bei Holzham erbaut

                              

1996  Feuerwehrhaus Allmannsau (Zuschuss durch Gemeinde)

                            

1998-2000 neue Grund- und Teilhauptschule erbaut und eingeweiht

 

2001 Brückenbau und Straßenverlegung in Au

2003  Bau der Schulturnhalle

2004 Einweihung der Schulturnhalle

                       

seit 2004 Gewerbegebiet Am Kornfeld

                                      

2004 Brückenbau in Hart

                                            

2007/2008 Errichtung einer Salzhalle und eines Bauhofes

                                        

2009 Neues Feuerwehrfahrzeug

                                       

2009 Errichtung einer Hackschnitzelanlage

                                        

2010 Errichtung und Eröffnung der Kinderkrippe

                                         

2011 Ausbau der Breitbandversorgung in Rechtmehring

 

Das Wappen von Rechtmehring:         zurück

Im Jahr 1979 wurde die Einführung des Wappens besiegelt,
das die Geschichte von Rechtmehring wiederspiegelt.

Auf 3 Symbole hat man sich dabei versteift,
so ist in Blau eine gekürzte, silberne Spitze eingeschweift.

In dieser Spitze wurde die Verweisung auf die Zugehörigkeit des gesamten Gemeindegebietes zur
Freien Grafschaft Haag nicht versäumt,
gezeigt wird dies durch den roten Pferdekopf, silbern gezäumt.

Oben vorne ist die silberne Krümme eines Bischofsstabes zu sehen,
sie soll für den heiligen Korbinian, den Schutzpatron der Rechtmehringer Pfarrkirche stehen.

Der goldene Halbmond hinten rechts wurde dem Wappen des Klosters Mondsee entnommen,
er ist zur Erinnerung an die erste Nennung von Mehring im Jahr 803 ins neue Wappen gekommen.

Denn Mondsee hat damals, das ist bis heute nicht vergessen,
in Rechtmehring noch einiges an Grundbesitz besessen.

Auch die Farben Rot und Silber im Wappen haben einen tieferen Sinn,
sie weisen auf die jahrhundertelangen Beziehungen zum Bistum Regensburg hin.

Andererseits waren dies auch die Farben der Grafschaft Haag,
das Wappen ist in der Kirche im Gewölbe zu sehen, jeden Tag.

Als offizielles Emblem gefällt das Wappen den Einwohnern sehr wohl,
zudem dient es zahlreichen Ortsvereinen als gemeinsames Symbol.

Paul Thaller